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Termin
Sonntag, 21. Juni 2026
Uhrzeit
11:00 Uhr
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10 €
Lesung I Birgit Aschmann I 21. Juni 2026
Birgit Aschmann, geboren 1967 in Hamburg, ist Professorin für Europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts an der Humboldt-Universität
zu Berlin. Neben ihrer Habilitation zum nationalen Ehrdiskurs im Vorfeld der preußisch-französischen Kriege des 19. Jahrhunderts
veröffent-lichte sie zahlreiche Werke zur Emotionsgeschichte, Monarchiegeschichte und Geschichte des Katholizismus.
Dies ist ihr erstes Buch für ein breites Publikum.
Birgit Aschmann
»Die Deutschen und die Natur«
Ein andere Geschichte des 19. Jahrhunderts
Präsentiert von
Adresse
Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2,
65185 Wiesbaden. Wir sind in der Bibliothek im EG.
Hinweis
Das Museums-Café ist geöffnet.
ÖPNV
Haltestelle Rheinstraße/RMCC (Bus 1,8,14,27,45).
Haltestelle Humboldstraße (Bus 5,15,44,48),
Haltestelle Wilhelmstraße (Bus 1,5,8,15,16,17,18).
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jeweils ca. 4-5 Laufminuten
PKW: Parkhaus RMCC, Friedrich-Ebert-Allee
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In Kooperation mit
Am Anfang dieser seit jeher spannungsreichen Geschichte
stehen im 19. Jahrhundert Künstler wie Caspar David
Friedrich und Naturforscher wie Carl Gustav Carus,
die die Natur verehren und verstehen wollten.
Gleichzeitig setzten Ingenieure wie Johann Gottfried Tulla
alles daran, mit der Rheinbegradigung die scheinbar
unvollkommene Natur zu verbessern.
Dass man sich vor der Natur fürchtete, zeigt die folgenreiche
Auseinandersetzung mit Krankheiten wie der Cholera.
Moderation Marita Hübinger (ZDF/ARTE)
Während Caspar David Friedrich
romantische Wälder malte,
begradigten andere den Rhein:
Die Historikerin Birgit Aschmann
über deutsche Naturverehrung,
den deutschen Wald
und den Umweltschutz.
© Michael Sohn
In der Industrialisierung wurde die Natur rücksichtslos
erobert und ausgebeutet.
In Dienst genommen wurde sie aber auch, um soziale
Hierarchien wie die Geschlechterordnung oder
»Rassenkonzepte« zu begründen.
Doch am Ende des Jahrhunderts mündete die Kritik an den
Auswüchsen der Moderne in den lautstarken Appell der
Lebensreform: »Zurück zur Natur!«.
Die Historikerin Birgit Aschmann bietet mit dieser großen historischen Erzählung
nicht nur einen erfrischend anderen Blick auf das 19. Jahrhundert,
sondern legt zugleich die Wurzeln des heutigen, oft widersprüchlichen Umgangs mit der Natur frei.
»Die Ambivalenz von damals gibt es noch heute. Angebote wie Seminare zum „Waldbaden“ illustrieren Tendenzen der Verehrung der Natur.
Corona zeigte hingegen die Aktualität der Angst vor unberechenbaren Mikroben. Auch die industrielle Ausbeutung der Natur wird etwa in der
globalen Jagd nach Seltenen Erden fortgesetzt. Und der Wille, die Natur zu korrigieren, findet sich in Schönheitsoperationen ebenso wie in
den Initiativen, mittels Genschere das Erbgut von Pflanzen, Tieren oder sogar Menschen zu „verbessern“.«
Ausschnitt aus einem FAZ-Interview am 14.01.2026
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